Weinwissen

Trocken, halbtrocken, feinherb — was bedeutet das eigentlich?

10. April 2026 · 4 Min. Lesezeit

Restzucker ist der Schlüssel

Ob ein Wein als trocken, halbtrocken oder süß gilt, hängt vom Restzuckergehalt ab — also dem Zucker, der nach der Gärung im Wein verbleibt. Je mehr Zucker, desto süßer schmeckt der Wein.

Die Kategorien im Überblick

Trocken (bis 9 g/l Restzucker)

Der mit Abstand beliebteste Stil in Deutschland. Trockene Weine haben kaum wahrnehmbare Süße. Die Säure steht im Vordergrund, der Wein schmeckt frisch und klar.

Halbtrocken (bis 18 g/l Restzucker)

Eine dezente Restsüße, die den Wein weicher und zugänglicher macht. Besonders bei Riesling eine beliebte Variante, weil die Süße die lebhafte Säure ausbalanciert.

Feinherb

Kein gesetzlich definierter Begriff, aber in der Praxis liegt feinherb zwischen halbtrocken und lieblich. Winzer nutzen ihn gerne, weil er weniger abschreckend klingt als „lieblich", aber mehr Süße verspricht als „halbtrocken".

Lieblich (bis 45 g/l Restzucker)

Deutlich wahrnehmbare Süße, aber kein Dessertwein. Liebliche Weine sind oft fruchtig und zugänglich — ein guter Einstieg für Weinneulinge.

Süß (über 45 g/l Restzucker)

Edelsüße Weine wie Beerenauslesen oder Trockenbeerenauslesen. Konzentriert, sirupartig, komplex — und oft überraschend langlebig.

Praxis-Tipp

Die Geschmacksbezeichnung allein sagt nicht alles. Ein trockener Wein mit hohem Alkoholgehalt kann „voller" schmecken als ein halbtrockener mit lebhafter Säure. Am besten: probieren und den eigenen Geschmack entdecken.